Geschichte des ASV Zirndorf

Über 80 Jahre Vereinsgeschichte, geprägt von Wiederaufbau, sportlichen Höhepunkten und einem gewachsenen Miteinander. Diese Seite gibt einen Überblick – die Vereinsgeschichte ist deutlich reicher, als sie hier zusammengefasst werden kann.

Aus fünf Vereinen entsteht 1946 der ASV

Der ASV Zirndorf wurde 1946 gegründet – als Zusammenschluss der Zirndorfer Vorkriegsvereine 1. FC, Arbeiter Turn- und Sportverein Jahn, Radfahrverein Solidarität, SpVgg und TSV 1861. Erster Vorstand des neu gegründeten Vereins war Nikolaus Heckel. Sportlicher Mittelpunkt war zunächst das TSV-Gelände an der Jahnstraße mit der dortigen Turnhalle, die in mühsamer Eigenarbeit der Mitglieder wiederhergerichtet wurde.

Im August 1948 verließ der TSV 1861 den ASV wieder und wurde eigenständig. Über die Aufbauarbeit der zurückliegenden Jahre erhielt der ASV weder Entschädigung noch Anteil am eingebrachten Vermögen – ein Vorgang, der über Jahrzehnte hinweg eine spürbare Distanz zwischen den beiden Zirndorfer Vereinen hinterließ. Viele Mitglieder blieben dem ASV jedoch treu und setzten unter Heckels Vorsitz ihr sportliches Engagement fort.

Das Sportgelände an der Schwabacher Straße

Ab 1948 trainierte und spielte der Verein auf dem gepachteten Gelände des 1. FC Zirndorf an der damaligen Leichendorfer Straße – der heutigen Schwabacher Straße. Bereits 1950 erwarb der ASV das Areal käuflich von der Stadt und legte damit den Grundstein für die heutige Heimat des Vereins. Im August 1951 wurde das neue Sportheim gemeinsam mit dem Sportgelände eingeweiht, das damals aus eineinhalb Spielfeldern bestand. Erweiterungs­bauten und Zukäufe in den Folgejahren ließen das Areal auf drei Rasenspielfelder und einen Trainingsplatz wachsen.

Zu Ehren des langjährigen Vorsitzenden und Heckel-Nachfolgers Willi Knapp wurde die Anlage in Willi-Knapp-Sportanlage umbenannt. Der Saal des ASV-Heims, einst Spiel- und Trainingsstätte von Ringern und Tischtennislern, dient heute vorrangig den Tanzgruppen der Cyrenesia und der Gymnastikabteilung.

Sportliche Höhepunkte

Das frühe Sportangebot umfasste Fußball, Handball, Schwer- und Leicht­athletik, später ergänzt um Tischtennis. Nach dem Weggang des TSV entfielen Leichtathletik und Handball – dafür entstanden eine Ringer- sowie eine neue Handballabteilung im ASV.

In der Ringerabteilung gelang 1959 der größte Einzelerfolg der Vereinsgeschichte: Albert Roth wurde Deutscher Meister im Freistil. 1990 musste die Abteilung mangels Nachwuchs aufgelöst werden. Auch der Fußball schrieb Erfolgsgeschichte: Ab 1962 spielte die 1. Mannschaft drei Spielzeiten in der Bayernliga, der damals höchsten Amateurklasse, später viele Jahre in der Landesliga. Die Damenhandballabteilung erreichte mit der HG Zirndorf die 3. Bundesliga; auch im Tischtennis wurden über die Jahre achtbare Erfolge gefeiert.

Im Jahr 2000 fusionierten die Handballabteilungen des ASV und des TSV 1861 zur Handballgemeinschaft Zirndorf 2000 – der heutigen HG Zirndorf.

Die Unentwegten, Cyrenesia und Theater

Damit das gesellige Vereinsleben dem sportlichen nicht nachstand, gründete sich im November 1953 die Gesellschaftsabteilung Die Unentwegten – mit Tanz- und Quizabenden, Ausflügen und buntem Vereinsleben. Aus einer „Gaudi“ heraus kürten die Unentwegten im Fasching 1956 ein Prinzenpaar mit Gefolge: Die Cyrenesia war geboren.

Im Fasching 2026 blickt die Faschingsgesellschaft auf 70 Jahre erfolgreiches Wirken zurück. Mit drei Prunksitzungen und zwei Kinderfaschingsbällen pro Saison gehört die Cyrenesia zu den festen Größen des fränkischen Faschings – jährlich fünf ausverkaufte Veranstaltungen in der Paul-Metz-Halle sprechen für sich.

Auch eine Theatergruppe etablierte sich innerhalb der Unentwegten. Erstmals zwischen 1966 und 1969 aktiv, wurde sie 1979 neu belebt und stand bis zur Coronapandemie nahezu jeden Herbst mit einem neuen Stück auf der Bühne im ASV-Saal. Zwölf bis vierzehn Aufführungen pro Saison zeugten von großem Publikumsinteresse. Mit der Pandemie endete dieses Kapitel der Vereinsgeschichte.

Der ASV heute

Mit rund 850 Mitgliedern, vier Sportabteilungen und der Cyrenesia ist der ASV Zirndorf bis heute der größte familienfreundliche Breitensportverein der Stadt. Neben Fußball, Tischtennis und der Partnerschaft mit der HG Zirndorf pflegen wir eine kleine, aktive Gymnastikabteilung, in der vor allem Damen wöchentlich zusammenkommen.

Seit 2025 hat die Tischtennisabteilung darüber hinaus eine eigene Parkinson-Ping-Pong-Gruppe etabliert – ein Angebot, das Sport als therapeutisches Mittel und als Form gelebter Teilhabe versteht. Es ist ein Beispiel dafür, wie der ASV seine Tradition weiterträgt: nicht als Museum, sondern als Verein, der auf neue gesellschaftliche Anforderungen mit konkreten sportlichen Angeboten antwortet.

Was 1946 mit ehrenamtlichem Wiederaufbau begann, trägt sich bis heute über ehrenamtliches Engagement, gewachsenes Miteinander und die Überzeugung, dass Vereinsleben mehr ist als die Summe seiner Trainingseinheiten.

 

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